? Was bedeutet Ausschlagung für den Erben?

Es ist ein Recht des Erben, die Erbschaft auszuschlagen. Hierzu muss er allerdings innerhalb vorgegebener Fristen aktiv werden. Immerhin ist oft ungewiss, was die Erbschaft alles mit sich bringt. Die Ungewissheit besteht zumeist darin, dass der Erbe nicht weiß, ob das Vermögen überschuldet ist oder nicht. Möglich ist eine Ausschlagung aber auch aus persönlichen Gründen.

Wenn die Erbschaft ausdrücklich oder schlüssig angenommen worden ist, kann das Erbe nicht mehr ausgeschlagen werden.

Es ist jedoch nicht möglich, nur einen Teil auszuschlagen oder unter einer Bedingung auszuschlagen. Die Erbschaft kann beispielsweise nicht so ausgeschlagen werden, dass die Ausschlagung nur für den Fall gelten soll, dass der Nachlass überschuldet ist.

? Welche Anforderungen an Form und Frist müssen erfüllt werden?

FORM:

  Die Erklärung erfolgt gegenüber dem zuständigen Nachlassgericht (letzter Wohnsitz des Erblassers).
  Die Unterschrift der Erklärung ist öffentlich zu beglaubigen oder zu Protokoll des Gerichts abzugeben.

FRIST:

  Innerhalb von 6 Wochen ab Kenntnis vom Erbfall kann die Erbschaft ausgeschlagen werden.
  Diese Frist verlängert sich auf 6 Monate, wenn der Erblasser im Ausland gewohnt hat oder der Erbe sich zum Zeitpunkt des Erbfalls im Ausland aufhält.
  Der fruchtlose Ablauf der Frist hat die Annahme des Erbes zur Folge.

? Wie ist der Stand nach der Ausschlagung?

Die Ausschlagung gilt rückwirkend, das heißt, der Erbanfall wird so behandelt, als sei er nicht erfolgt. Nunmehr tritt der nächstfolgende gesetzliche oder testamentarisch festgelegte Erbe an seine Stelle.

! WICHTIG !

Wer das Erbe einmal ausschlägt, hat grundsätzlich auch keinen Anspruch mehr auf seinen PFLICHTTEIL!!

 

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