DIE ANKLAGESCHRIFT
 

Die Staatsanwaltschaft (Abk. StA) wird nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens Anklage gegen den Beschuldigten erheben, wenn sie den hinreichenden Tatverdacht bejaht. In geeigneten Fällen kann das Verfahren wegen Geringfügigkeit ggf. unter Auflagen eingestellt werden. Der hinreichende Tatverdacht wird dann angenommen, wenn in einer vorausschauenden Prognose die Verurteilung mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist.

Eine Anklageschrift hat folgenden inhaltlichen Aufbau:

Adressat der Anklageschrift ist das zuständige Gericht, das sich mit der Sache befassen soll. Hiernach folgt die eigentliche Anklageschrift:
 

  -Personalien (wer?) des / der Angeklagten,
  -Zeit und Ort der Tat (wann und wo?),
  -gesetzliche Tatbestandsmerkmale (was?),
  -Konkretisierung der Tat (wie?),
  -anzuwendende gesetzliche Strafvorschriften.


Diese Merkmale bezeichnet man als “Anklagesatz”; als sog. “Kern der Anklageschrift”.

Außerdem beinhaltet die Anklageschrift folgende Angaben:
 

  -Die Beweismittel (z. B. Zeugen, Urkunden oder Sachverständige, Vorstrafenakte);
 
-Das “wesentliche Ergebnis der Ermittlungen”:
 
   
Hier wird der hinreichende Tatverdacht erläutert (Ermittlungsergebnisse zur Person und Sache, Einlassung des Angeschuldigten und die Beweiswürdigung der vorbenannten Beweismittel);
 
  -Den Antrag der Staatsanwaltschaft, das Hauptverfahren zu eröffnen;
  -Die Unterschrift der Staatsanwaltschaft.


Bei welchem Gericht die Angelegenheit anhängig wird hängt davon ab, welches Strafmaß die Staatsanwaltschaft erwartet:

Strafmaß

zuständiges Gericht

> 4 Jahre Freiheitsstrafe

Landgericht

 2 bis 4 Jahre Freiheitsstrafe

Amtsgericht - Schöffengericht -

< 2 Jahre Freiheits- o. Geldstrafe

Amtsgericht - Strafrichter / Einzelrichter -