DIE BEWÄHRUNG
 

Die Bewährung ermöglicht die Aussetzung einer Freiheitsstrafe.

Das Gericht geht bei dieser Maßnahme davon aus, dass die Verurteilung an sich bereits eine Warnung für den Angeklagten dargestellt hat und dass er zukünftig keine Straftaten mehr begehen wird. Der Verurteilte soll sich in der Phase der Strafaussetzung bewähren.

Zusätzlich können Auflagen (z. B. gemeinnützige Arbeit oder Schadenswiedergutmachung), Weisungen (z. B. Untersagung des Kontakts mit bestimmten Personen oder Arbeitsaufnahme) und die Hinzuziehung eines Bewährungshelfers mit der Bewährung gekoppelt werden.

Kommt bei der Verurteilung die Strafaussetzung zur Bewährung in Frage, so sind hierbei insbesondere folgende Gesichtspunkte mit zu berücksichtigen:

 
--Die Persönlichkeit des Angeklagten,
 
--sein Vorleben,
 
--die Umstände seiner Tat,
 
--sein Verhalten nach der Tat,
 
--seine Lebensverhältnisse,
 
--Folgen, die von der Aussetzung für ihn zu erwarten sind.

Der Richter muss sodann bei positiver Prognose im Falle der Strafaussetzung die Länge der Bewährungszeit festlegen. Allerdings ist die Festsetzung einer Bewährung nur möglich bei Freiheitsstrafen bis maximal 2 Jahren. Die Bewährungszeit darf nicht weniger als 2 Jahre und nicht mehr als 5 Jahre betragen.

Nach Rechtskraft der Entscheidung kann die Bewährungszeit verkürzt, unter Umständen auch verlängert werden, wenn das Verhalten des Verurteilten hierzu Anlass bietet.

    Der Erlass eines Strafrests könnte nach 2/3 der verbüßten Freiheitsstrafe, unter besonderen Umständen schon nach der Hälfte, möglich sein. Die restliche Strafzeit wird dann jedoch zur Bewährung ausgesetzt.

Bei lebenslanger Freiheitsstrafe ist ein Erlass des Strafrests frühestens nach Ablauf von 15 Jahren möglich.

Verhält sich der Verurteilte während seiner Bewährungszeit unauffällig und erfüllt die Auflagen und Weisungen entsprechend, so wird ihm die Strafe nach Ablauf der Bewährungszeit erlassen.