DER WAHLVERTEIDIGER
 

Der Beschuldigte (im gerichtlichen Hauptverfahren der “Angeklagte”) hat in jeder Lage des Verfahrens das verbriefte Recht, sich eines Strafverteidigers zu bedienen, der ihm unter Beachtung der Regeln des Strafprozessrechts beisteht. Der vom Beschuldigten gewählte und auch von ihm bezahlte Strafverteidiger wird dementsprechend Wahlverteidiger genannt, im Gegensatz zum Pflichtverteidiger.

Unter Umständen kann es sinnvoll sein, sich mehrerer Strafverteidiger zu bedienen, insbesondere wenn es um spezielle strafrechtliche Probleme und Materien geht (z. B. Steuerstrafrecht). Die Zahl der Wahlverteidiger ist gesetzlich auf drei beschränkt. Dies soll der Verschleppung des Verfahrens entgegenwirken.

Strafverteidiger können alle zugelassenen Rechtsanwälte sein sowie die Rechtslehrer an Deutschen Hochschulen. Strafverteidiger haben sich auf das Straf- und Strafprozessrecht spezialisiert, sodass der Betroffene sich im Vorfeld hinsichtlich der Geeignetheit des zu beauftragenden Rechtsanwalts informieren und orientieren sollte.

Der Strafverteidiger legitimiert sich gegenüber den Strafverfolgungsbehörden und dem Gericht durch Vorlage einer Strafprozessvollmacht, die ihm der Betroffene erteilt.

Die Honorierung des Wahlanwalts richtet sich grundsätzlich, soweit nichts anderes vereinbart worden ist, nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG).

Bei umfangreichen und schwierigen Sachverhalten - besonders in Strafsachen - ist es in der Praxis üblich, dass eine Honorarvereinbarung getroffen wird, die über die gesetzliche Honorierung hinausgeht. Insoweit wird dann regelmäßig nach Stundensätzen abgerechnet.